A: News News News
B: Alpha Centauri: Konzept und Zusammenfassung
Seit Erscheinen meines Buches „Alpha Centauri - Das Geheimnis der zweiten Erde“ im Mai 2024 sind gut anderthalb Jahre vergangen.
A 1. Zunächst Anmerkungen in eigener Sache:
Mea culpa, mea maxima culpa: Leider haben sich im Text trotz sorgfältigen Lektorats gut zwei Dutzend kleine Druck- und Tippfehler eingeschlichen. Diese wurden im Dezember 2025 beseitigt.
Die Hardcover-Version wird seit Mitte 2025 nicht mehr angeboten, denn trotz mehrfacher Versuche konnte die beauftragte Druckerei keine suffizientere Textformatierung zu einem akzeptablen Preis liefern. Zum Vergleich: ein PDF-basierter Sonderdruck hat 356 DIN A4-Seiten.
Ich arbeite derzeit an meinem Folgeroman (Arbeitstitel: A.C. Rückkehr zum Planeten der Roboter). Geplante Erscheinung: Spätherbst 2026
A 2. Nun aber zu wichtigen Neuigkeiten aus Wissenschaft und Technik, die zum Themenspektrum des Buches passen:
A 2a. Jupiter-großer Planet (ACAb) in der habitablen Zone von Alpha Centauri A
Die Schwierigkeit bei der Planetensuche im Alpha-Centauri-Sternsystem beruht auf der großen Helligkeit des Sternenpaares A und B, wobei die Sterne ihre Planeten stark überstrahlen; darüber hinaus stehen beide Sterne relativ eng beieinander und bewegen sich relativ schnell über den Himmel. Ein Team um Charles Beichman vom Jet Propulsion Laboratory der NASA in Passadena / Californien fand in Aufnahmen mit dem James-Webb Teleskop im mittleren Infrarotbereich einen auffälligen Wärmepunkt nahe an Alpha Centauri A (Beobachtungszeit: August 2024 bis April 2025). Es handelt sich dabei wahrscheinlich um einen jupiterähnlichen Gasplaneten mit einer errechneten Größe von 1,1 bis 1,5 Jupiterradien bzw. 90 bis 150 Erdmassen (damit wäre der Planet so schwer wie der Planet Saturn). Die Orbitalperiode beträgt geschätzt zwei bis drei Jahre, der mittlerer Abstand von Sonne ACA: 1,6 bis 2,1 AE (somit in der habitablen Zone von ACA). Die Bahn ist elliptisch, stark geneigt, und bei größerer Annäherung an ACA nicht mehr detektierbar wegen Überstrahlung durch den Mutterstern. Der entdeckte Gasriese ist nur etwa ein Zehntausendstel so hell wie sein Wirtsgestirn. Die mittlere Oberflächentemperatur liegt geschätzt bei 225 Kelvin (etwa minus 50 Grad Celsius). Insgesamt sind also die Parameter leider alles andere als lebensfreundlich. Sollte aber ACAb große Monde mit eigener Atmosphäre haben, könnten auf ihnen lebensfreundlichere Bedingungen herrschen.
Übrigens: Erdgroße Planeten im Alpha Centauri-System sind mit der derzeitigen Technik nicht aufspürbar.
Quelle: C. Beichman, A. Sanghi et al. (2025): Worlds Next Door: A Candidate Giant Planet Imaged in the Habitable Zone of α Cen A. Astrophysical Journal Letters arXiv-Preprint doi: 10.48550/arXiv.2508.03814
Hinweis in eigener Sache: In meinem Buch habe ich – noch bar verwertbarer Daten - eine Supererde um den Stern ACA beschrieben (der Planet „Joy“, ca. 3,5 Erdmassen). Ich habe wohl die aktuelle Wirklichkeit um einige Erdmassen verfehlt.
A 2b. Die Suche nach einem erdähnlichen Planeten und Leben im All
Seit der Entdeckung des ersten Planeten außerhalb unseres Sonnensystems vor 30 Jahren wurden fast 6000 weitere Planeten in anderen Sonnensystemen unserer Milchstraße entdeckt. Allerdings bewegen sich nur einige wenige Dutzend dieser Planeten nach den vorliegenden Rohdaten auf Bahnen, die eine einigermaßen konstante, moderate Oberflächentemperatur und somit flüssiges Wasser ermöglichen. Wasser gilt als Voraussetzung für Leben nach irdischem Muster.
Neben Wasser sind auch andere Parameter für die Entstehung von „Leben“ entscheidend. Auf der Erde ermöglichte eine stärkere Radioaktivität im Erdkern eine aktive Plattentektonik und Vulkanismus, was wiederum einen geologischen und biologischen Kohlenstoffzyklus ermöglicht. Auch das Vorhandensein bestimmter chemischer Elemente in ausreichenden Mengen ist ein „Muss“. An erster Stelle denkt man an Kohlenstoff, aber auch die Elemente Phosphor (u.a. Aufbau der DNA und RNA) und Stickstoff (Bestandteil von Aminosäuren und Proteinen) sind von allergrößter Bedeutung.
Eine neue Studie der ETH Zürich hat anhand von Modellen abgeleitet, dass sich bereits während der Bildung eines Planeten-Kerns entscheidet, ob es nachfolgend ausreichende Mengen an Stickstoff und Phosphor auf der später entstehenden Planeten-Oberfläche verbleiben. Hierfür soll die Menge an Sauerstoff im Kern ausschlaggebend sein. In Kürze: Ist zu wenig Sauerstoff vorhanden, verbindet sich vermehrt auch Phosphor mit den glühend heißen Metallen im Kern. Ist hingegen zu viel Sauerstoff vorhanden, kann Stickstoff – so die Berechnungen – leichter in die Atmosphäre entweichen und fehlt an der Planetenoberfläche in ausreichender Menge. Aus den Modellrechnungen wird abgeleitet, dass es nur einen recht schmalen Bereich der Sauerstoffkonzentration gibt, der ausreichende Mengen an Stickstoff und Phosphor in der Mantelschicht des jeweiligen Planeten ermöglicht. Ist diese Bedingung nicht erfüllt, sind die Planeten aus chemischer Sicht ungeeignet, Lebensformen nach irdischem Muster hervorzubringen, selbst wenn sie flüssiges Wasser haben und andere entscheidende Bedingungen erfüllen. Die Erde ist somit auch diesbezüglich ein absoluter kosmischer Glücksfall. Den Berechnungen zufolge hat zum Beispiel der Planet Mars nicht die erforderliche Sauerstoffkonzentration im Kern und verfügt deshalb auch nicht über relevante Mengen an Stickstoff und Phosphor in seiner Mantelschicht.
Diese neuen Ergebnisse haben – zumindest theoretisch – recht dramatische Folgen bei der Suche nach Leben im Universum. Die chemische Zusammensetzung ferner Planeten hängt von der chemischen Zusammensetzung des Zentralsterns ab, da sich die Planeten aus dem Material bilden, aus dem auch der Zentralstern des Systems besteht. Daraus folgt, dass Sonnen, die sich allein in ihrer chemischen Zusammensetzung stark von unserer Sonne unterscheiden, mit deutlich geringerer Wahrscheinlichkeit lebenstragende Planeten besitzen. So zumindest die theoretischen Folgerungen.
Quelle: C. Walton, M. Schönbächler et al. Nature Astronomy (2026): The chemical habitability of Earth and rocky planets prescribed by core formation. 9 Feb 2026; doi.org/10.10387s41550-026-02775-z
Eine weitere wichtige Voraussetzung für die Bewohnbarkeit von Exoplaneten ist das Vorhandensein eines starken eigenen Magnetfeldes, um mögliche Organismen vor allem vor der Partikelstrahlung der Wirtssonne zu schützen.
Quelle: A.S. Atkinson, D. Alexander, A.S. Farrish (2024): Exploring the Effects of Stellar Magnetism on the Potential Habitability of Exoplanets. Astrophysical Journal 969; 147, 2024 July 10; doi.org/10.3847/1538-4357/ad4605
Aber es ist zu bedenken, dass wir bisher nur einen mikroskopisch kleinen Bereich des Universums erforscht haben und uns einfach noch das Wissen fehlt, um „Leben“ auch außerhalb der irdischen Parameter zu erkennen – oder aber auszuschließen.
Bisher bekannte potenziell lebensfreundliche Exoplaneten (Auswahl neuer Entdeckungen):
HD 137010 b: Aus Archivdaten des Weltraumteleskops Kepler wurde ein erdgroßer Planet am äußeren Rand der habitablen Zone des 146 Lichtjahre entfernten Sterns HD 137010 extrahiert, (Stern HD 137010: Spektralklasse K3.5V; Masse: 72 Prozent der Sonnenmasse, Temperatur 4770 K und somit etwa 1000 Grad kühler als unsere Sonne, Alter 4,8 Milliarden Jahre), wobei die Parameter des Planeten aus wenigen Daten abgeleitet wurden (Erdgröße, Umlaufzeit 355 Tage, Oberflächentemperatur geschätzt minus -70 Grad Celsius). Der Umlaufbahn entsprechend dürfte die Oberfläche vollständig vereist sein, lebensfreundlichere Bedingungen sind aber möglich.
Quelle: A. Venner, A. Vandenburg, C. Huang et al. (2026): A Cool Earth-sized Planet Candidate Transiting a Tenth Magnitude K-dwarf From K2. Astrophysical Journal Letters 997: L38, 2026 February 1; doi.org/10.3847/2041-8213/adf06f
Die Planeten Kepler-186 f und K2-3d: beide Planeten haben eine erdähnliche Größe, umkreisen ihren Wirtsstern in seiner habitablen Zone und verfügen über ein relativ starkes Magnetfeld, das sie vor Sonnenwinden gut schützen kann.
Weitere Planeten-Kandidaten in der kosmischen Nachbarschaft, die in den habitablen Zonen ihres Wirtssterns kreisen, sind die zwei Planeten um den 12 Lichtjahre entfernten Teegardens Sterns sowie die Supererden HD 20794 (20 Lichtjahre) und Gliese 251 c (18 Lichtjahre; 3,8 Erdmassen; 1,8 Erdradien; Wirtsstern: Gliese 251, ein roter Zwergstern mit 30 Prozent der Sonnenmasse).
A 2c. Das Breakthrough-Starshot-Projekt: sehr großspurig angekündigt, still und leise eingestellt.
Am 12. April 2016 kündigten Forscher einen Flug zum Sternsystem Alpha Centauri an. Winzige Sonden, von mächtigen Lasern von der Erde aus angetrieben, sollten in nur 20 Jahren zum Nachbarsternsystem fliegen und trotz ihrer geringen Größe auch Fotos zurück zur Erde funken. Schon im Jahre 2036 sollte es losgehen. Finanziert werden sollte das Projekt vom Milliardär und Geschäftsmann Juri Milner, der für die Vorbereitung der Mission 100 Millionen US-Dollar in Aussicht stellte.
Auf der ersten Pressekonferenz waren sehr prominente Unterstützer anwesend, u.a. Stephen Hawking, Mark Zuckerberg, Saul Perlmutter (Nobelpreisträger) und Projektleiter Professor Avi Loeb.
Doch nur neuneinhalb Jahre nach der pompösen Ankündigung wurde das Projekt im Herbst 2025 geräuschlos eingestellt (Angaben des beteiligten Physikers Philip Lubin und des Wissenschaftsmagazins Scientific American). Angeblich hatte der Milliardär Milner das Interesse an dem Projekt verloren und insgesamt weniger als fünf der versprochenen 100 Millionen US-Dollar an Forscher ausgezahlt.
Scientific American urteilt: „Ein Lehrstück für die Gefahren, wenn man sich bei der Finanzierung von Wissenschaft auf Superreiche verlässt.“ Es ist aus meiner Sicht auch ein Lehrstück dafür, wie sehr vermögende Amateure sich völlig unrealistische Projekte ausdenken und daraus pompöse, von willigen Wissenschaftlern getragene Events generieren, die zwangsläufig bald im Sande verlaufen.
A 2d. Projekt DRACO
Angeblich seit 2023 arbeitet die NASA zusammen mit der DARPA an einem nuklearthermischen Raketentriebwerk. Hierbei erhitzt ein kleiner Atomkernreaktor flüssige Substanzen (meist flüssigen Wasserstoff) auf etwa 2000 ° C, wobei nachfolgend die Gase am Heck ausgestoßen werden und somit das Raumschiff beschleunigen. Das nuklearthermische Triebwerk soll einen mindestens dreimal so hohen Wirkungsgrad haben wie ein konventioneller chemischer Antrieb und dadurch die Flugzeiten bei künftigen bemannten interplanetaren Missionen deutlich verkürzen.
A 2e. Langlebigkeit / Verlängerung der Lebensspanne
In meinem Buch habe ich sowohl im Romanteil als auch im Sachanhang über die Komplexität und die mögliche Anzahl der Prozeduren berichtet, deren Beherrschung erst eine wie auch immer geartete Lebensverlängerung ermöglichen würde. Eine solche Biotechnologie beeinflusst sehr viele in Jahrmillionen Jahren eingespielte zusammenhängende Regelzyklen der genetischen Maschinerie und des Stoffwechsels. Deshalb wundere ich mich über die Naivität zahlreicher Tech-Milliardäre, die freudig verkünden, eine Lebensverlängerung sei schon in Bälde zu erwarten! Mit Tech-Milliarden gegründete Forschungsinitiativen wie „Altos Labs“ sind noch mit der Basisforschung an einigen wenigen Zelltypen (v.a. Hautzellen) beschäftigt und noch Lichtjahre von einer Biotechnologie entfernt, die eine gefahrlose (u.a. Gefahr der Krebsentstehung!) Lebensverlängerung um wenigstens 50 Jahre ermöglichen könnte. Elon Musk erklärte bei seinem Besuch in Davos im Januar 2026, das Altern sei „ein sehr gut lösbares Problem“. Was aber die von Elon Musk engagierten Fachberater bewusst oder aber mangels Wissens herunterspielen, ist die unglaubliche Komplexität einer jeden einzelnen Zelle, ganz zu schweigen von dem feinst orchestrierten dynamischen Zusammenspiel von den Billionen Zellen des menschlichen Körpers. Beispielsweise ist die Telomerase bei Erwachsenen nur noch wenig aktiv. Würde es gelingen, isoliert die Bildung von Telomerase deutlich anzuregen, würde dies leider auch das Krebsrisiko erhöhen, denn in 80 bis 90 Prozent aller bösartigen Tumorspezies ist ausgerechnet die Telomerase hyperaktiv bzw. sie wird in sehr großen Mengen freigesetzt.
Die traurige Realität ist jedoch, dass derzeit die durchschnittliche Lebenserwartung in den Industrieländern kaum steigt oder gar geringfügig rückläufig ist und darüber hinaus die gesunde Lebenserwartung gut 15 Jahre früher endet! Das bedeutet viele Jahre bis zum Lebensende mit Krankheiten, Medikamenten und Pflegebedarf …
A 2f. Der interstellare Komet 3 I/Atlas
Der Komet 3 I/Atlas (entdeckt am 1. Juli 2025) ist das bisher größte und nach 1 I/ Oumuamua (2017) und 2 I/Borisow (2019) das dritte extrasolare Objekt, das unser Sonnensystem durchfliegt. Der Komet bewegt sich mit einer sehr hohen Geschwindigkeit (ca. 61 km / Sekunde) auf einer offenen (hyperbolischen) Bahn, die ihn auf Nimmerwiedersehen aus dem Sonnensystem herausführen wird, und zwar in Richtung des Sternbildes Schütze. Der Komet passierte die Erde am 19.12.2025 in einem Abstand von ca. 270 Millionen Kilometer. 3 I/Atlas stößt ständig Staub- und Gaswolken (u.a. Kohlendioxid und Wasserdampf) aus, der Durchmesser des Kometenkerns beträgt nach neuesten Schätzungen nur ein bis sechs Kilometer. Sein Alter wird auf über sieben Milliarden Jahre geschätzt.
Quelle: T. Althaus, Spektrum der Wissenschaft, Heft 2 / 2026, Seite 26 - 28
PS: Gleich nach seiner Entdeckung und bei noch weitgehend unklarer und spekulativer Datenlage meldete sich der gut vernetzte Astrophysiker Avi Loeb (siehe 2c/ Breaktrough Starshot Projekt) medienwirksam mit der Behauptung, bei 3 I/Atlas könnte es sich um ein ET-Raumschiff handeln (siehe Blog-Beiträge A. Loeb). Auf der von A. Loeb selbstentwickelten Skala erreichte 3 I/Atlas vier von zehn Punkten – der gleiche Score wie auch der Komet 1 I/Oumuamua. Das würde nach A. Loeb bedeuten, dass sich die Menschheit schon einmal auf einen Alien-Besuch vorbereiten sollte. Allerdings unterstellt die Mehrheit von Loeb’s Fachkollegen dem Forscher, die Öffentlichkeit aus kommerziellen Gründen mit billigen Spekulationen zu versorgen. Die nun bekannten aktuellsten Daten bezüglich 3 I/Atlas haben A. Loeb’s Annahmen definitiv widerlegt.
ALPHA CENTAURI – Das Geheimnis der zweiten Erde
(Amazon / kdp; E-Book und Taschenbuch; Mai / Juli 2024 (DIN A4-Hardcover seit 5/2025 wg. Qualitätsproblemen nicht mehr im Angebot))
Erstes Buch einer geplanten Trilogie (Teil zwei: Fertigstellung: geplant Ende 2026)
ALPHA CENTAURI ist eine komplexe Mischung aus Abenteuerroman und High-Tech Science-Fiction. Es ist eine Erzählung über den hypothetischen ersten bemannten Sternenflug zum ebenfalls fiktiven erdähnlichen Planeten Hope in der Ökosphäre des Nachbarsterns Alpha Centauri B (ACB). Trotz der wissenschaftlichen Details stehen in dieser positiven Utopie die Menschen mit all ihren Ängsten und Zweifeln in der Welt des 22. bis 24. Jahrhunderts im Mittelpunkt. Auf der Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse (Medizin, Biologie, Technik, Astronomie, Geschichte und Philosophie; Stand: Mai 2024) wird über die Vorgeschichte und die 122-jährige (!) interstellare Mission (2169-2292) einer 8-köpfigen internationalen Astronauten-Crew (vier Ehepaare) berichtet:
Lisa und Christopher Lovell (USA),
Ocean Rodden (USA) und Leon Eneas (EUR),
Teresa Leonardi (EUR) und Eugene Kittinger (CAN) sowie
Katarina Leonova (RUS) und Tian Chen (CHIN)
Zeitrahmen: ca. 2145 bis 2295
Handlungsorte:
die Erde, der interstellare Raum, Alpha Centauri B und der Planet Hope, der Erdmond.
ZUSAMMENFASSUNG
Im Jahr 2291 geschieht das Unfassbare: Wie ein Phantom kehrt völlig unerwartet das verschollen geglaubte Sternenschiff Jupiter zurück - 122 Jahre nach dem Start zum erdähnlichen Planeten Hope des Sterns ACB. Unfassbar und unbegreiflich, weil das Sternenschiff angeblich 80 Jahre zuvor – kurz bevor es die Erde wieder erreichte, bei einem Zusammenstoß mit einem Asteroiden zerstört wurde. An Bord der Jupiter befinden sich noch drei von ursprünglich acht Astronauten, und nur Commander Leon Eneas (inzwischen 161 Jahre alt) überlebt die Notlandung auf der Erde so weit, dass er relativ schnell körperlich regeneriert und vor einem Ausschuss über den wahren Ablauf der Centauri-Mission befragt werden kann. Seine Schilderungen weichen extrem von den offiziellen (aber gefälschten) Aufzeichnungen der ehemaligen Projektleitung ab:
Nach den vorsätzlich falschen Angaben der ehemals Verantwortlichen 160 Jahre zuvor sollten Hin- und Rückflug zum Planeten Hope etwa 42 Jahre dauern, weil das Raumschiff Jupiter dank eines Kernfusionsantriebs angeblich etwa ein Viertel der Lichtgeschwindigkeit erreichen würde. Eneas berichtet zunächst über die Vorbereitungen des Sternenfluges, das komplizierte und völlig andersartige Leben an Bord und den besonderen Phänomenen und Gefahren der extrem hohen Fluggeschwindigkeit.
Etwa 14 Jahre nach dem Start glaubten sich die Astronauten schon am Rande des Centauri-Systems und bereiteten das Abbremsen des Sternenschiffs vor, als sie unerwartet durch eine Videoaufzeichnung verstörende Informationen erhielten: das Raumschiff würde mit allerhöchstens acht statt mit 25 Prozent der Lichtgeschwindigkeit fliegen. Damit haben sie zum Zeitpunkt dieser Information in Wirklichkeit gerade mal ein Lichtjahr (von insgesamt 4,3 Lichtjahren) zurückgelegt. Als Folge der deutlich geringeren Fluggeschwindigkeit würde die Mission insgesamt über 120 Jahre dauern – deutlich länger als ein gewöhnliches Menschenleben. Aber die Astronauten erfuhren auch, dass sie fortlaufend einer komplexen Lebensverlängerungsbehandlung unterzogen würden und so theoretisch deutlich über 250 Jahre alt werden könnten. Diese Lebensverlängerungsmethode sei jedoch zum Startzeitpunkt der Öffentlichkeit vorenthalten worden. Von diesen Informationen geschockt und verunsichert wollten die Astronauten die Mission abbrechen und zur Erde zurückfliegen, weil sie auch an den wahren Zielen des Unternehmens zweifelten. Sie waren zudem überzeugt, dass sie nicht einmal den 60-jährigen Hinflug überleben würden. Doch das Sternenschiff war so programmiert, dass das Bremstriebwerk erst vier Jahrzehnte später aktiviert werden konnte – zu der von der Projektleitung errechneten Ankunft im Centauri-System. Die Astronauten waren somit Gefangene des Raumschiffs und mussten weiter zum Centauri-System fliegen. Außerdem brach die Kommunikation mit der Erde abrupt ab. In all den folgenden über einhundert Jahren blieb die Erde stumm, obwohl die Astronauten unbeirrt immer wieder Berichte an die Erde sandten.
Nach schier endlosen 60 Jahren voller Angst und Zweifel erreichten die Astronauten bei noch erstaunlich guter Gesundheit das Centauri-System und den geheimnisvollen erdähnlichen Gesteinsplaneten Hope. Der Planet hat tatsächlich Ozeane und acht Prozent Sauerstoff in der Atmosphäre, andererseits aber ein sehr schwaches Magnetfeld. Letzteres führt dazu, dass die Strahlenbelastung auf dem Festland so hoch ist (vergleichbar der auf dem Planeten Mars), dass nur strahlenresistente Einzeller das Land besiedeln können. Die Ozeane sind jedoch voller Leben, darunter Prädatoren von beträchtlicher Größe. Die Astronauten landeten in mehreren Etappen auf Hope, machten Ausflüge in ihren strahlengeschützten Rovern und konnten auch mit autonomen Wasserdrohnen einige Ozeankreaturen einfangen und einfrieren. Die größten Funde machten sie jedoch, als ein großer Asteroid in eine tiefe Bucht einschlug und die nachfolgenden infernalischen Flutwellen zahllose Ozean-Kreaturen auf das Festland warfen. Nach etwa drei Jahren hatten die Sternenflieger genug Proben und Aufzeichnungen gesammelt und waren gerade dabei, den Planeten endgültig zu verlassen, als sie durch einen Unfall zufällig auf ein verunglücktes unbemanntes Raumschiff einer unbekannten fremden Zivilisation stießen. Im fremden Raumschiff fanden die Astronauten einige aktive Roboter. Diese verhielten sich den Menschen gegenüber unterschiedlich: während der erste Roboter die Menschen scannte und dann nicht mehr beachtete, griffen Tage später andere Roboter die Astronauten an und töteten drei von ihnen. Eneas selbst konnte erst nach einer mehrtägigen dramatischen Flucht mit einer Fähre den Planeten verlassen und zum Mutterschiff in der Umlaufbahn zurückkehren.
Der Rückflug musste mit nur noch fünf Astronauten bewältigt werden. Für jeden Einzelnen bedeutet das 24/7-Arbeit am Ökosystem des Raumschiffs und gegen den körperlichen Verfall. Weitere zwei Astronauten starben während des jahrzehntelangen Rückflugs. Schließlich gelingt den drei verbliebenen gebrechlichen Sternenfliegern trotz Überschussgeschwindigkeit bei fehlenden Alternativen eine dramatische Notlandung auf der Erde.
Nachdem Eneas seinen Bericht beendet hat, wird er wenige Jahre später als gealterter Held unter anderem benutzt, um einen kriegerischen Konflikt zwischen irdischen Staaten und Unternehmen einerseits und einer abtrünnigen, hochtechnisierten Mond-Kolonie andererseits zu beenden.
Dem Roman ist ein wissenschaftlicher Anhang (ca. 15 Seiten) beigefügt mit folgenden Themen:
Zur Entstehung des Romans (© 1984, 1999, 2001, 2003, 2024)
Eine erste Romanfassung inkl. 56 Seiten Sachanhang habe ich 1999 dem Heyne-Verlag (München) überlassen und dabei von dem zuständigen Lektor (Herr Ulrich Fröschle, inzwischen Professor für Medienwissenschaft und Neuere deutsche Literatur an der TU Dresden) ein positives Votum bekommen. Leider wurde mir vom Herausgeber eine Publikation wg. zahlreicher US-Einkäufe erst nach drei bis vier Jahren in Aussicht gestellt.
Ich habe nachfolgend das Manuskript immer weiter ergänzt und wissenschaftlich aktualisiert. Im Jahre 2001 habe ich das Manuskript Herrn Dr. Herbert Fleissner (Verleger, Langen Müller Herbig) gegeben. Er hatte bis dahin keine SF-Publikationen im Verlagsprogramm, wollte aber den Roman veröffentlichen, wenn ich vorher auf der Basis meines sehr ausführlichen Sachanhangs ein Sachbuch mit dem (Arbeits-)Titel „Fahrstuhl zu den Sternen“ verfasse. Inhalt: alle im Roman und im Sachanhang aufgeführten Fakten und Extrapolationen. Ich habe mit dem Sachbuch angefangen, dann aber abgebrochen, weil die aufkommende Flut neuer Erkenntnisse in einigen für das Buch relevanten Bereichen der Wissenschaft ein solches Sachbuch schnell veralten lassen würden. Vor allem die Entdeckung ständig neuer extrasolarer Planeten ließ mich befürchten, dass mein hypothetisches Alpha Centauri-Konzept aktuellen Entdeckungen im Alpha Centauri-System widersprechen würde. Das ist bis dato nicht geschehen.
Im Jahre 2003 habe ich über einen deutschen Filmproduzenten (H. Rimbach/München) das Manuskript dem Regisseur und Produzenten Roland Emmerich (LA, USA) zur Ansicht überlassen. Er sah nach einjähriger Begutachtung aufgrund der Komplexität der Geschichte von einer filmischen Umsetzung ab.
Seitdem habe ich Charaktere und Rahmenbedingungen immer weiter verfeinert und den jeweils aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen angepasst. Im Jahre 2024 hatte ich das Gefühl, einen sinnvollen Endpunkt erreicht zu haben, und publizierte das Manuskript auch aufgrund der angespannten und unsicheren Verhältnisse in den Buchverlagen zunächst in Eigenregie als E-Book und Print on Demand bei Amazon / kdp (Mai/Juli 2024).
Zwei Fortsetzungsromane werden vorbereitet (s.o.).
ALPHA CENTAURI is a complex blend of adventure novel, science fiction, non-fiction, and metaphor. It is a narrative about the hypothetical first manned interstellar journey to the equally fictitious Earth-like planet Hope in the ecosphere of the neighboring star Alpha Centauri B.
Based on current scientific knowledge (medicine, biology, technology, astronomy, history, and philosophy; as of December 2023), it explores the history and the 122-year long (!) interstellar mission (2169-2292) of an 8-member international astronaut crew (4 couples).
The novel is structured analogously to Homer's "Odyssey": Three out of the original eight astronauts from the Centauri mission unexpectedly return to Earth after 122 years (supposedly with an 80-year delay), with only one of the aged astronauts (Commander Leon Eneas, meanwhile 161 years old) surviving the landing. He undergoes physical regeneration and can soon testify before a committee about the true story of the Centauri mission. His accounts significantly deviate from the official records of the former project management. Eneas reports on the harrowing journey filled with surprises, a secret life extension method, higher life forms in the oceans of the planet Hope, and an entirely unexpected, dramatic encounter on the planet. After Eneas finishes his report, he is abused years later to resolve a conflict between Earthly corporations and a renegade moon colony.
The story derives its tension from the realistic description of an audacious manned spacefaring venture that is scientifically conceivable, along with the personal feelings and experiences, especially of the returned Commander Eneas. Despite the numerous scientific details, the narrative places humans, with all their fears and doubts, at the forefront in the world of the 22nd to 24th centuries. This futuristic world and the adventures ultimately provide a metaphorical framework for a timeless portrayal of the human species, including its relationship with our own home planet and the universe.
Timeline: Approximately 2145 to 2295.
Locations: Earth, the interstellar space, Alpha Centauri B and the planet Hope, Moon.
Scientific Context: Outside the dystopian transhumanist world of Yuval N. Harari ("Homo Deus") with its god-like all-powerful AI algorithms and the static hard disk-like view of humans.
In detail:
The novel includes a scientific appendix with the following topics:
PS: About the development of the manuscript (© 1984, 1999, 2001, 2003, 2023):
The novel is the result of decades of intensive collection and supplementation of ideas and facts. In 1999, I submitted an initial version of the novel, including a 56-page appendix, to Heyne Verlag (Munich), and received a positive assessment from the responsible editor, Mr. Ulrich Fröschle, who has since become a professor of media studies and modern German literature in Dresden. Unfortunately, the publisher promised publication only after three to four years due to numerous US acquisitions. I continued to expand and update the manuscript but did not resubmit it.
In 2001, I handed the manuscript to Dr. Herbert Fleissner (publisher, LangenMüller-Herbig). Although the publishing house had no previous science fiction publications, he wanted to publish the novel on the condition that I first write a non-fiction book based on my extensive appendix, titled "Elevator to the Stars." Its content would cover all the facts and extrapolations presented in the novel and the appendix. I began working on the non-fiction book but eventually abandoned it due to the rapidly emerging new insights in several areas of science relevant to the book. The discovery of new extrasolar planets, in particular, made me fear that my Alpha Centauri concept would contradict the new facts in the Alpha Centauri system. This has not happened to date.
In 2003, I shared the manuscript with the director and producer Roland Emmerich (LA, USA) through a German film producer (H. Rimbach/Munich). After a year of review, he decided against a cinematic adaptation due to the complexity of the story.
Since then, I have contented myself with further refining characters and framework conditions and adapting them to the most current scientific knowledges and social developments. However, I now feel that I have reached a meaningful endpoint and am publishing the manuscript independently as an eBook and Print-on-Demand book, given the tense and uncertain conditions in the publishing industry.